Diclofenac beim Gichtanfall

Diclofenac ist sicherlich das mit großem Abstand am meisten verordnete NSAR zur Bekämpfung von durch Gicht verursachten Gelenkschmerzen. Dazu trägt neben seinen guten entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkungen sicherlich auch der günstige Preis bei. Diclofenac wird bei kurzzeitiger Einnahme (also über mehrere Tage) meist gut vertragen. Je länger es genommen wird, desto stärker steigt das Risiko von Nebenwirkungen.

 

Angesichts der relativ kurzen Wirkungsdauer wird klar, dass man mit normalen Diclofenac-Tabletten bei stärkeren Schmerzen nicht problemlos über den Tag kommt. Zu schnell klingt die Wirkung wieder ab. Hier ist die Einnahme von Retardtabletten (also Tabletten mit verzögerter Wirkstofffreisetzung) sinnvoll!

 

  

Gegebenenfalls ist die zusätzliche Einnahme eines Magenschutzes sinnvoll.

Nicht identisch: Diclofenac-Natrium und Diclofenac-Kalium

Wenn von Diclofenac die Rede ist, ist im Allgemeinen (und auch bei GichtInfo.de) Diclofenac-Natrium gemeint. Das auch rezeptfrei erhältliche Diclofenac-Kalium (z. B. Voltaren-Dolo) ist in der Wirkung schneller, aber schwächer als Diclofenac-Natrium. Auch die Wirkdauer ist (noch) geringer. Es ist daher bei Gelenkschmerzen nur eingeschränkt geeignet. 

 

Einnahme von Diclofenac

 

Wirkungsdauer Circa vier bis sechs Stunden bei stärkeren Schmerzen
Wirkungsbeginn

Magensaftresistente Tablette 1,5 bis 2,5 Stunden nach der Einnahme, kann (abhängig vom „Füllstand“ und Inhalt des Magens) bis 16 Stunden dauern.

Disperstablette nach circa einer Stunde

Typische Dosierung beim akuten Gichtanfall Zweimal täglich 75 bis 100 mg Diclofenac-Natrium als Retard-Tablette
Tages-Höchstdosis

●  150 mg

●  Als Retardtablette auch 200 mg. Also zweimal täglich eine Tablette zu je 100 mg

Mögliche häufige Nebenwirkungen

●  Magen-Darm-Beschwerden (beginnen typischerweise mit Sodbrennen)

●  Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel

●  Hautprobleme

Verfügbarkeit Rezeptpflichtig (ausgenommen Diclofenac-Kalium)
Handelspräparate ●  Diclac, Voltaren und andere
Alternativen

●  Indometacin (stärker wirksam)

●  Naproxen (verträglicher, länger wirksam)

●  Cortison