Test Harnsäuremessgerät BeneCheck

BeneCheck Harnsäuremessgerät mit Zubehör Lanzettiergerät, Lanzetten und Elektroden
Das BeneCheck UA "Startset"

Test Harnsäuremessgerät BeneCheck UA

Harnsäuremessgeräte gibt es auf dem Markt einige. Leider standen sie in dem Ruf unpräzise bis grob falsche Messungen abzuliefern. Der bisherige Markführer Glucocheck UA wurde jetzt vom deutschen Importeur durch ein anderes Gerät ersetzt: Das BeneCheck UA. Ein neues Gerät, und das noch zu einem deutlich geringeren Preis? Ich habe es mal ausprobiert.

 

Das BeneCheck ist mit 24 Euro Straßenpreis relativ günstig. Für den Preis erhält man ein Set mit

  • dem Gerät selbst
  • 10 Messelektroden
  • 10 Lanzetten (also zehn kleine Stechinstrumente zur Blutgewinnung)
  • einem Lanzettiergerät (ein Gerät, das einem die Lanzettenspitze auf Knopfdruck schmerzarm in den Finger piekst)
  • Tasche und Anleitungen

Es handelt sich um das erste Harnsäuremessgerät, dass ich ausprobiere. Auch mit dem Messen von Blutzucker (das ist das selbe Prinzip) habe ich (zum Glück) keine Erfahrung. Die Materie ist für mich also neu und ich muss mich erst mal einlesen. Es ist nicht wirklich kompliziert, ich wage aber mal zu sagen, dass nicht jeder wirklich problemlos damit zurechtkommen wird.

 

Ich beschreibe mal den Ablauf, damit Ihr Euch eine Meinung bilden könnt:

  • Gerät vorbereiten (einmalig)
    • Batterie (ist mit dabei) aktivieren
    • Datum und Uhrzeit programmieren
  • Messung vorbereiten
    • Messgerät mit Codechip der Messstreifenpackung initialisieren (einmal pro Elektrodenpackung)
    • Lanzettiergerät vorbereiten
      • Einstechtiefe einstellen
      • Deckel ab
      • Lanzette rein
      • Abdeckung der Lanzette entfernen
      • Deckel drauf
      • Gerät vorspannen
    • Hände waschen
  • Messung durchführen
    • Messelektrode in das Gerät stecken. Gerät geht an.
    • Stechen. Am besten seitlich in die Kuppe von Ring- oder Mittelfinger. Ist tatsächlich nicht wirklich schmerzhaft.
    • Den ersten Tropfen Blut abwischen.
    • Den zweiten Tropfen mit der Spitze der Elektrode aufsaugen (geht einfach).
    • Die Messung startet automatisch. Nach 15 Sekunden hat man das Ergebnis.
  • Aufräumen
    • Elektrode aus dem Gerät nehmen. Gerät geht aus.
    • Lanzettiergerät öffnen
    • Lanzettenspitze in den anfangs abgenommenen Lanzettendeckel stechen.
    • Lanzette auswerfen

Wie gesagt, wenn man das zum ersten Mal macht, geht es nicht ohne Anleitung. Aber es lässt sich schnell lernen.

 

Kosten Verbrauchsmaterial

  • 25 Teststreifen: ca. 20 Euro
    • Ein Teststreifen: 80 Cent 
      • Achtung: Nach Anbruch ist die Packung nur drei Monate haltbar!
  • 100 Lanzetten: ca. 10 Euro
    • Eine Lanzette: 10 Cent
  • D. h. eine Messung kostet ca. 90 Cent. Das geht aus meiner Sicht in Ordnung.
  • Kontrollösung: ca. 10 Euro. Mit dieser Lösung kann die korrekte Funktion des Messgeräts geprüft werden.

 

Fazit

Ich habe eine Reihe von Messungen bei mir sowie einem weiteren Opfer vorgenommen. Die gemessenen Werte habe ich nicht mit Laborwerten vergleichen können, aber sie scheinen mir korrekt. Warum? Nun ja... meine Adenuric-Tabletten waren wieder mal alle. Bis ich dann den Hausarzt angerufen habe, sind einige Tage ins Land gegangen. Und dann war die Praxis natürlich wegen Urlaubs geschlossen. Daher konnte ich bei den Messungen das Ansteigen des Harnsäurewerts sehr schön verfolgen. Ebenso wie das zügige Absinken der Werte, nachdem ich wieder mit der Einnahme begonnen hatte. Auch wenn die Messung keine Laborqualität haben kann, eine ausreichende Orientierung gibt sie allemal.

 

Ich möchte nicht soweit gehen, ein Harnsäuremessgerät für jeden Gichtpatienten zu empfehlen. Insbesondere in Anbetracht der begrenzten Haltbarkeit der Teststreifen. Aber ich kann es mir in folgenden Fällen schon als ein hilfreiches Werkzeug vorstellen:

  • Beim Einstieg in eine harnsäuresenkende Behandlung. Insbesondere wenn es gilt, die richtige Dosis eines Medikaments zur Senkung des Harnsäurewerts zu bestimmen.
  • Bei wiederkehrenden Gichtanfällen trotz Medikaments. 
  • Wenn Du mit der Ernährung experimentierst um Deinen Harnsäurewert gegebenenfalls auch ohne Medikamente unter Kontrolle zu bekommen.

Und immer vorausgesetzt, dass Du das Geld ausgeben willst und bereit bist, Dich mit so einem Gerät zu beschäftigen. Weniger sinnvoll scheint mir so ein Gerät, wenn Du beschwerdefrei bist und der Harnsäurewert sowieso bei der ärztlichen Kontrolle stabil und im grünen Bereich (also üblicherweise zwischen 4,5 und 6 mg / dl) ist.

 

Tipp 

Man kann das BeneCheck im Internet oder auch in der Apotheke kaufen. Ich rate zur Apotheke, hier bekommt man dann auch bei eventuell auftretenden Fragen kompetenten Rat.

 

Wie sind Eure Erfahrungen?

Habt Ihr Erfahrungen mit dem BeneCheck oder anderen Harnsäuremessgeräten? Ich freue mich über Euer Feedback!

 

 

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Bildnachweis

Seitenkopf: rawpixel / 123RF Standard-Bild

Weitere Bilder: Ulrik Andresen

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Kommentare: 7
  • #1

    Kuddl-HH (Freitag, 03 August 2018 17:18)

    Moin Ulrik,
    ich habe mir den BeneCheck UA ebenfalls zugelegt und getestet. Du hast völlig recht: beim Erstgebrauch alles etwas verwirrend, aber letztendlich dann doch recht einfach. Ich hoffe, dass mein erster Testwert einigermaßen stimmt, da nur 6,4 mg (passt allerdings nicht zu meiner seit 5 Wochen bestehenden Entzündung im Großzehehngrundgelenk, die ich trotz Diclo und Prednisolon nicht in den Griff bekomme).
    Zurück zum Gerät: macht insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Etwas umständlich finde ich die Positionierung des Einstelltaste hinter dem Batteriedeckel, ist aber nur ein kleines Manko, da sich der Deckel sehr leicht öffnen und schließen lässt. Was leider nicht beschrieben wird, ist die Funktion der kleinen Buchse an der rechten Seite - weißt Du wofür sie ist?
    Das Nachbestellen der Teststreifen ist offenbar unproblematisch. Aber die Ersatz-Lanzetten kann ich im Netz partout nicht finden. Vermutlich besorgt man sich dann einfach ein Lanzettiergerät mit 100 Ersatzlanzetten eines anderen Herstellers (z.B. Softimac für 8 EUR)? Es geht ja schließlich nur um die Blutgewinnung.
    Was mir noch auffiel: meine Teststreifen tragen genau den gleichen Code 7661 wie Deine! Vermutlich handelt es sich nur um eine gleiche Charge.
    Ich würde übrigens sehr begrüßen, wenn Du (wieder) ein Forum anbieten würdest, denn ich habe als "Neu-Gichtler" noch Frage- bzw. Diskussionsbedarf.
    Gruß aus Hamburg
    Ralf

  • #2

    Ulrik Andresen (Samstag, 04 August 2018 11:51)

    Hallo Kuddl, Dein Wunsch war mir Befehl: Hier ist "Dein" Forum: http://gicht-forum.xobor.de/
    Hab ich mal schnell für Dich gebaut.

    Bei den Lanzetten bin ich inzwischen auf Lanzetten ohne Lanzettiergerät umgestiegen. Gibt es von verschiedenen Herstellern. Ich nehme die gelben (mittlere Einstichtiefe) von Vitrex: https://www.medizinfuchs.de/preisvergleich/vitrex-lanzetten-26-g-1.8-mm-gelb-100-st-1001-artikel-medical-gmbh-pzn-9678235.html

  • #3

    Kuddl-HH (Samstag, 04 August 2018 23:38)

    MERCI!

  • #4

    Kuddl-HH (Samstag, 25 August 2018 23:34)

    Meine Erfahrung zur Genauigkeit der Messwerte:
    ich habe 1 Minute nach der letzten Blutabnahme (Ergebnis = 7,2) den Blutwert mit dem HS-Messgerät BeneCheck UA ermittelt. Das Ergebnis lautete 8,1 mg. Auch bei vorheriger Blutabnahme hatte ich recht zeitnah einen Vergleichswert ermittelt und auch dieser lag um 0,7 mg höher als der Laborwert. Soll heißen: das BeneCheck UA-Gerät scheint einen 10-15% höheren Wert anzuzeigen als den im Labor ermittelten Wert.
    Diese Abweichung finde ich akzeptabel. Wichtig ist ja, dass die Dynamik bzw. die Tendenz der Wertentwicklung ablesbar ist.

  • #5

    Heinzi (Samstag, 22 September 2018 16:07)

    Hallo,
    eine Frage zu den BeneCheck UA Harnsäure Teststreifen 25 St. Wie lange sind diese Streifen den haltbar ?
    Gruß vom Heinzi

  • #6

    Placeboforte (Sonntag, 23 September 2018 18:09)

    Hallo Heinzi, ich habe die begrenzte Haltbarkeit von 3 Monaten oben im Text ergänzt. Bei Daueranwendung ist das dann schon ein erheblicher Kostenfaktor.

  • #7

    Kuddl-HH (Mittwoch, 24 Oktober 2018 21:43)

    Moin,
    ich hatte bei kürzlich erfolgter Blutabnahme nochmals die Gelegenheit, die Abweichung zwischen dem Messwert des BeneChecks und den Laborwerten zu checken: wieder lag der BeneCheck-Wert (6,8) um 1 Punktwert höher als der Laborwert (5,8). Dieser erfreulich niedrige Wert hat sich übrigens nach mehrwöchiger Einnahme von tägl. 100 mg Allopurinol ergeben.
    Mein o.g. Fazit v. 25.08.18 zur Messgenauigkeit des BeneChecks kann ich also wiederholen.