Zurampic (Wirkstoff Lesinurad)

Das neue Medikament Zurampic (Wirkstoff Lesinurad) richtet sich speziell an die Patienten, die bisher Allopurinol oder Febuxostat einnehmen und bei denen der Harnsäurewert trotzdem nicht ausreichend stark gesenkt werden kann.

 

Wirkungsweise von Zurampic

Die Nieren produzieren den Urin und filtern dabei nicht mehr benötigte Abbauprodukte aus dem Blut. Sie arbeiten hierbei in einem zweistufigen Prozess. Im ersten Schritt wird relativ viel Flüssigkeit aus dem Blut herausgefiltert, im zweiten Schritt wird dieser Flüssigkeit (dem Primärharn) all das wieder entzogen, was für den Körper noch benötigt wird (z. B. Zucker und Elektrolyte). Leider betrifft diese „Rückgewinnung“ auch einen Teil der im Primärharn enthaltenen Harnsäure, sie wird dem Blut wieder zugeführt.

 

Grafik normale Nierenfunktion ohne Lesinurad
Normale Funktion der Nieren

 

Der Wirkstoff Lesinurad hemmt diese Wiederaufnahme von Harnsäure, so dass mehr Harnsäure mit dem Urin ausgeschieden werden kann:

 

Grafik Nierenfunktion mit Lesinurad
Zurampic reduziert die Zurückgewinnung von Harnsäure

Zurampic / Lesinurad immer zusammen mit Allopurinol oder Adenuric

Lesinurad ist ausschließlich zur Einnahme zusammen mit einem Urikostatikum (also einem weiteren Medikament zur Senkung des Harnsäurewerts wie Allopurinol oder Adenuric / Febuxostat) geeignet. Nehmen Sie es nie alleine und beenden Sie die Einnahme, wenn Sie die Einnahme des anderen harnsäuresenkenden Medikaments beenden. Wird Lesinurad alleine genommen, besteht ein erhöhtes Risiko eines Nierenversagens.

 

Wann ist Zurampic eine Option?

Zurampic kann dann zum Einsatz kommen, wenn Sie bereits Allopurinol oder Febuxostat in der höchsten für Sie möglichen Dosierung nehmen und der Harnsäurewert hierdurch nicht unter 6,5 mg / dl gesenkt wird. Wenn Sie Allopurinol nehmen, sollte der behandelnde Arzt prüfen, ob nicht eine Umstellung auf Adenuric / Febuxostat (also noch ohne Zurampic) eine Option wäre.

 

Einnahme von Lesinurad

  

Zurampic nie ohne Adenuric oder Allopurinol einnehmen. Es besteht sonst eine erhöhte Gefahr von Nierenschäden.

  

Kann bei Therapiebeginn Gichtanfälle auslösen.

 

Dauer der Einnahme Langzeittherapie. Oft ist lebenslange Einnahme erforderlich. Aber nicht länger als das zusätzlich einzunehmende Urikostatikum (Allopurinol oder Febuxostat).
Tagesdosis

Üblicherweise 200 mg (das ist auch die Maximaldosis) morgens zusammen mit einem Urikostatikum.

Mögliche häufige Nebenwirkungen

●  Nierenprobleme bis hin zum Nierenversagen

●  Sodbrennen, Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome

(Diese Liste ist nicht vollständig, weitere Nebenwirkungen sind möglich.) 

Wirksamkeit Studien bestätigen die Wirksamkeit. Zurampic muss sich im Praxiseinsatz aber noch bewähren.
Verfügbarkeit Rezeptpflichtig
Handelspräparate Zurampic, keine Nachahmerpräparate verfügbar
Alternativen

●  Umstieg von Allopurinol auf Febuxostat

●  Dosierungsspielräume von Allopurinol oder Febuxostat voll ausnutzen

●  evtl. Probenecid


Bildnachweis

Seitenkopf: eraxion / 123RF Standard-Bild

Grafiken: Ulrik Andresen